Freiarbeit

Die Freiarbeit hat eine durchaus lange, zwischenzeitlich aber vergessene Geschichte, die aus der reformpädagogischen Diskussion der 20er Jahre hervor gegangen ist. Wir am „Mörike“ sind sehr pragmatisch vorgegangen und haben unsere „private Mischung“ zusammengestellt. Wir wollten weder eine Montessori-, noch eine Freinet- oder Jena-Plan-Klasse einrichten, sondern mit der Einführung der Freiarbeit Lernformen entwickeln, die es den Kindern ermöglichen, selbständiges, eigenverantwortliches Lernen in der Kooperation mit ihren KlassenkameradInnen Freiarbeitund LehrerInnen einzuüben.

In den Klassenstufen fünf und sechs werden zur Zeit pro Woche drei Freiarbeitsstunden an drei verschiedenen Tagen eingerichtet.

Das „Freiarbeits-Team“ besteht grundsätzlich aus den Fachlehrkräften für Deutsch, Englisch und Mathematik. Es arbeitet eng zusammen, um die Kontinuität bei der Auswahl und Erstellung des Arbeitsmaterials und bei der Betreuung der Klasse sowie den fächerübergreifen-den Charakter von Freiarbeit sicher zu stellen.

Aus den Stundentafeln von Deutsch, Englisch und Mathematik wird je eine Fachstunde der Freiarbeit zugeordnet, das heißt, die Freiarbeitsstunden sind keine zusätzlichen Stunden. Das Arbeitsmaterial kommt zum größten Teil aus diesen drei Fächern. Nebenfächer, wie Erdkunde und Musik, können ebenfalls Material in die Freiarbeit hineingeben und stellen gegebenenfalls für begrenzte Zeit (vier bis sechs Wochen) eine Stunde für die Freiarbeit zur Verfügung.

Bis zu den Herbstferien werden in den Klassen die „Regeln zur Freiarbeit“ eingeführt und von mit den Kindern eingeübt. Stille-Übungen ergänzen diese Vorbereitungsphase.

Nach den Herbstferien beginnen die fünften Klassen mit Freiarbeit.

Jeder Klasse steht eine „Grundausstattung“ an Mobiliar, Nachschlagewerken und Büromaterial zur Verfügung.
Die Klassenräume sollten möglichst groß sein, damit sich die Kinder während der Freiarbeit nicht behindern.
Vor dem Klassenzimmer sollten Arbeitsecken für Einzelne oder Kleingruppen geschaffen werden. Ein in der Nähe gelegenes Klassenzimmer sollte frei sein, damit die Kinder ausweichen können.

Die Freiarbeits-Klassenzimmer sollten möglichst wenig von anderen Klassen genutzt werden, um die Gefahr von Beschädigung oder Entwendung des Materials gering zu halten.

FreiarbeitDas eingesetzte Freiarbeits-Material sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Jedes Material ist nur ein- bis zweimal in der Klasse;
  • das Material hat hohen Aufforderungscharakter;
  • die SchülerInnen gehen selbständig mit dem Material um, nachdem dieses vom Lehrer vorgestellt wurde. Die Kinder bestimmen selbst, was sie in den einzelnen Stunden arbeiten.

Unter den SchülerInnen gibt es „Experten“ für einzelne Materialien. Sie wurden vom jeweiligen Lehrer speziell eingeführt und können bei Unklarheiten von ihren Mitschülern um Rat gefragt werden.
Selbstkontrolle („Habe ich alles richtig gemacht?“) muss „eingebaut“ sein, oft auch in Form von Lösungsblättern.

Es gibt einen Arbeitsplan über ca. drei Wochen, der aus einem „Pflichtprogramm“ sowie zur Differenzierung aus Zusatzaufgaben besteht.

Jede/r SchülerIn besitzt einen „Freiarbeitsordner“, in den korrigierte Arbeitsblätter abgeheftet werden. Die erste Seite besteht aus einem Protokollbogen (Deckblatt „Was habe ich heute gemacht?“), in den die Kinder eintragen, was sie an welchem Tag gearbeitet haben.

  A.Gruber / P.Katzenberger